30.07.2010 08:46 | Calvörde-Zentrum | Bildung + Beruf | Sonstiges | Sachsen-Anhalt | Ohrekreis | Calvörde, Flecken
Jüngster Meister eröffnet Schaubäckerei
Calvörde. Denni Nitzschke eröffnete eine Schaubäckerei mit Mühlenladen an der Geschwister-Scholl-Straße 37 in Calvörde. Der heute 23-Jährige hat vor zwei Jahren seinen Meister im Bäckerhandwerk absolviert und ist sicher der jüngste Bäckermeister der Region.
Das frühe Aufstehen ist für Denni Nitzschke überhaupt kein Problem. "Ich fange um Mitternacht mit meiner Arbeit an. Je nach dem endet mein offizieller Arbeitstag zwischen 10 und 12 Uhr. Aber Feierabend hat man eigentlich nie", beschreibt der Bäckermeister und betont: "Selbständig heißt selbst und ständig."
Er erzählt, wie er zu seinem Traumberuf kam. "Ich habe ein Schulpraktikum in der Bäckerei von Enrico Große in Flechtingen gemacht. Bereits am ersten Tag wusste ich, dass ich Bäcker werden möchte", verrät der junge Mann der weißen Zunft.
Auch seine Berufsausbildung absolvierte der Calvörder in der Flechtinger Bäckerei. Die Meisterausbildung folgte nahtlos. Der junge Mann, der auch als DJ-Musikveranstalter tätig war, entschied sich dann, seine Musik sprichwörtlich an den Nagel zu hängen und sich voll und ganz seinem Handwerksberuf zu widmen. "Von der Musik kann man nicht wirklich leben. Ich habe an die Zukunft gedacht und deshalb mein eigenes Geschäft eröffnet", beschreibt Nitzschke, während Bäckerlehrling Daniela Heckroth hinter der Glasscheibe seiner Schaubackstube lächelnd eine Cremefüllung zusammen rührt.
"Das Schöne am Bäckerberuf ist das kreative Arbeiten und jeden Tag zu sehen, wie das Brot gebacken wird", schwärmt er, zeigt auf sein Sortiment und erzählt: "Beliebt sind unser Kuchen und unsere Torten, aber eigentlich alles, die Aufläufer, die viele noch aus Omas Zeiten kennen, oder auch Hochzeitstorten oder extra zum Schulanfang Kuchen in Zuckertütenform." Auf die Idee, einen Schauladen zu gestalten, kam der Meister durch seinen Vater Hubertus Nitzschke, der im benachbarten Berenbrock die Dammmühle mit Windenergie betreibt. Außerdem ist Vater Nitzschke der Vorsitzende des Heimat- und Mühlenvereins Flechtingen und hat somit eine besondere Beziehung zu den Handwerkstraditionen. Die Leidenschaft zum Bäckerhandwerk wurde dem Sohn wohl doch schon in die Wiege gelegt. "Ohne die Unterstützung meiner Eltern hätte ich das alles nicht geschafft", gesteht er und erklärt: "Bäckergeschäfte gibt es überall, aber dass die Kunden bis in die Backstube schauen können, ist etwas Besonderes", sagt er nicht ohne Stolz und verweist auf den Schriftzug im Laden "Hier rollt die Ware nicht vom Band, bei uns kommt Teig aus Meisterhand".
Viele Bio-Produkte in einem Extra-Regal
Zu den Besonderheiten gehört auch Nitzschkes Mühlenbrot aus der Region. "Es ist aus Mischbrotteig mit Roggen- und Weizenschrot. Mein Vater kann ganz genau sagen, wo das Getreide herkommt, das hier verwendet wird", sagt Nitzschke. Zur Schaubäckerei gehört der Mühlenladen. In einem Extra-Regal werden viele Bio-Produkte angeboten.
Etwa 70 bis 80 Kilogramm Brotteig, 30 Kilogramm Hefeteig und 40 Kilogramm Brötchenteig werden täglich verarbeitet. Qualität ist dem leidenschaftlichen Bäckermeister wichtig. "Wenn die Leute wieder kommen und sich über das Angebot freuen, dann freue ich mich automatisch mit", sagt der Meister, der auch mal sonntags Festtagstorten ausliefert.
Social Bookmarking